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Ulrike Bergermann

NICHTGESCHLUCKTES AUF DER FESTPLATTE

(…) So geht es auch hier um die Grenze von Innen und Außen, immer wieder um die "heimische" Festplatte und darum, wer von wo aus Datenzugriff darauf hat. Das Innere des Eigenen kann ausgehorcht werden, etwas vom eigenen Inneren kann unbemerkt herausgezogen werden… trotzdem sei es nicht so schlimm: vor "Ansteckung" sei nicht zu warnen, Viren seien unmöglich - als ob die Frage danach selbstverständlich wäre! Die Festplatte entspricht dem Leib. Wer eine Seite lädt, hat sie wie in den Mund genommen: halb drin, in der Eingangshalle, nicht wirklich absorbiert, so dass sie verschwunden wäre, nicht einverleibt, aber doch schon eingeführt, angenommen, mehr als probiert. Schon das nicht-Geschluckte ist gefährlich. Schon das nicht-Verdaute sagt etwas aus über die, die es angenommen und wieder hergegeben haben. Schon der Akt einer nicht vollzogenen Rezeption gibt etwas preis, das zentraler zu sein scheint als das, was es über den Hersteller zu sagen gäbe. Die Rezeptur der Kekse interessiert nicht - im Fokus der Aufmerksamkeit steht die Frage, ob das Formen der Kekse eine gefährliche Informationsaustauscherei ist. Nicht der Hersteller, sondern der Weiterverarbeiter steht im Zentrum des Interesses. (…)

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